Was die CDC zu Tattoos und Piercings sagen

Die US-Gesundheitsbehörde CDC gibt an, dass kein Fall bekannt ist, in dem sich jemand durch ein Tattoo oder ein Körperpiercing mit HIV angesteckt hat. Sie weist außerdem darauf hin, dass eine Ansteckung auf diesem Weg möglich ist, wenn die Geräte oder die Tattoofarbe Blut einer Person mit HIV enthalten.

Beide Teile sind wichtig. Der erste zeigt Ihnen, dass das Risiko im echten Leben zu klein war, um überhaupt erfasst zu werden. Der zweite zeigt Ihnen genau, woher ein Risiko kommen würde: von Blut, das an einer Nadel, in der Farbe oder an Werkzeugen zurückgeblieben ist, die bei einer anderen Person benutzt und weder ersetzt noch sterilisiert wurden.

Warum das Risiko so niedrig ist

Damit HIV übertragen wird, muss Blut einer Person mit HIV in Ihren Körper gelangen. Ein gut geführtes Studio verwendet für jede Kundin und jeden Kunden neue Nadeln, füllt für jede Person eine frische Portion Farbe ab und sterilisiert alle wiederverwendbaren Werkzeuge. Damit ist die Kette unterbrochen.

Selbst bei schlechter Hygiene müssten drei Dinge zusammenkommen: eine frühere Kundin oder ein früherer Kunde mit HIV, Blut dieser Person, das an den Geräten zurückgeblieben ist, und dass genau diese Geräte bei Ihnen verwendet werden.

Wo Tattoos und Piercings tatsächlich ein Infektionsrisiko bergen

HIV ist nicht die größte Sorge. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt Tätowieren und Piercen als Übertragungswege für Hepatitis B, neben Nadelstichverletzungen und dem Kontakt mit infiziertem Blut. Hepatitis B ist ein guter Grund, genau darauf zu achten, wohin Sie gehen, und ein guter Grund, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu fragen, ob Sie geimpft sind.

Riskanter sind Umgebungen ohne geeignete Ausrüstung:

  • Tattoos, die zu Hause, auf Partys oder von Personen ohne Zulassung gestochen werden
  • gemeinsam benutzte oder selbst gebaute Nadeln oder Farbe, die für mehrere Personen wiederverwendet wird

So finden Sie ein sicheres Studio

  • Wählen Sie ein zugelassenes Tattoo- oder Piercingstudio.
  • Achten Sie darauf, dass neue, versiegelte Nadeln vor Ihren Augen geöffnet werden.
  • Prüfen Sie, ob die Farbe für Sie in ein frisches Näpfchen gefüllt und danach weggeworfen wird.
  • Achten Sie auf Handschuhe, einen sauberen Arbeitsplatz und ein Sterilisationsgerät für wiederverwendbare Werkzeuge.

Wenn etwas so aussieht, als würde es wiederverwendet, dürfen Sie ohne Weiteres gehen.

Gemeinsam benutzte Rasierer und Zahnbürsten

Die Hinweise der CDC dazu, wie HIV übertragen wird, nennen das Teilen von Rasierern oder Zahnbürsten nicht. HIV überlebt außerhalb des Körpers nicht lange, zum Beispiel auf Oberflächen. Für eine Infektion müsste Blut, das das Virus enthält, in eine offene Wunde oder auf eine Schleimhaut gelangen. Zähneputzen oder Rasieren mit dem Rasierer einer anderen Person ist kein anerkannter Übertragungsweg für HIV.

Daran können trotzdem kleine Blutspuren haften, also benutzen Sie Ihren eigenen Rasierer und Ihre eigene Zahnbürste und teilen Sie sie nicht. Das ist gute Hygiene zum Schutz vor anderen Infektionen und kein Zeichen dafür, dass Sie ein HIV-Risiko haben.

Was tatsächlich ein Risiko darstellt

Zum Vergleich: Gemeinsam benutztes Spritzbesteck ist ein echter Übertragungsweg für HIV, weil Blut in einer gebrauchten Spritze zurückbleiben kann. Lebendes HIV wurde aus Spritzen gewonnen, die mehr als vier Wochen bei Raumtemperatur gelagert worden waren (Abdala 1999). Hat die andere Person HIV und wird nicht behandelt, schätzen die CDC das Risiko einer einzigen Injektion mit geteiltem Besteck auf 0,63 % (etwa 1 von 160). Selbst gebaute oder gemeinsam benutzte Nadeln für Tattoos oder Piercings kommen diesem Risiko näher als alles, was in einem zugelassenen Studio passiert.

Was Sie jetzt tun können

  • Tattoo oder Piercing in einem zugelassenen Studio? Wegen HIV müssen Sie nichts tun.
  • Nicht zugelassenes Studio, gemeinsam benutzte Nadeln oder wiederverwendete Farbe? Das HIV-Risiko ist trotzdem niedrig, aber es ist sinnvoll, nach dem diagnostischen Fenster in einer Praxis nach Tests auf HIV und Hepatitis B zu fragen. Der Ratgeber zu HIV-Tests erklärt, welcher Test wann sinnvoll ist.
  • Hat eine Nadel, die bei einer anderen Person benutzt wurde, in den letzten 72 Stunden Ihre Haut verletzt? Behandeln Sie das wie eine Nadelstichverletzung und fragen Sie noch heute nach einer Post-Expositions-Prophylaxe (PEP). So bekommen Sie eine PEP
  • Rasierer oder Zahnbürste geteilt? Deswegen brauchen Sie weder eine PEP noch einen HIV-Test.