In den letzten 72 Stunden Sex ohne Kondom, oder ist ein Kondom gerissen oder abgegangen? Fragen Sie noch heute in einer Notaufnahme, einer Notfallpraxis oder einer Praxis für sexuelle Gesundheit nach einer Post-Expositions-Prophylaxe (PEP). Sie muss innerhalb von 72 Stunden beginnen und wirkt am besten, wenn sie innerhalb von 24 Stunden beginnt. So bekommen Sie eine PEP

Warum es vor allem auf die andere Person ankommt

Ihr Risiko bei einem einzelnen Kontakt hängt von zwei Dingen ab: von der Wahrscheinlichkeit, dass die andere Person HIV hat, und von der Wahrscheinlichkeit, dass der Kontakt HIV überträgt. Dass Sie für Sex bezahlen, ändert nichts am zweiten Teil. Ein Kondom schon, und ebenso die Art des Sex.

Anders ist es beim ersten Teil. Eine Übersichtsarbeit über 102 Studien umfasste fast 100.000 Sexarbeiterinnen in 50 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Sie ergab, dass diese etwa 13,5-mal so häufig HIV hatten wie Frauen im gebärfähigen Alter insgesamt. Der Rechner verwendet diesen Wert, wenn Sie angeben, dass die andere Person in der Sexarbeit tätig war. Die Raten unterscheiden sich stark zwischen Ländern und Umfeldern, deshalb ist der Wert nur ein grober Anhaltspunkt und keine Aussage über eine einzelne Person.

Schätzungen für einen einzelnen Kontakt

Für einen Mann, der einmal Vaginalverkehr mit einer Sexarbeiterin mit unbekanntem HIV-Status hat:

  • USA, ohne Kondom: 0,00088 % (etwa 1 von 110.000)
  • USA, mit Kondom: 0,00018 % (etwa 1 von 570.000)
  • Thailand, ohne Kondom: 0,00072 % (etwa 1 von 140.000)
  • Südafrika, ohne Kondom: 0,0079 % (etwa 1 von 13.000)

Eine Beschneidung senkt das Risiko eines Mannes beim Vaginalverkehr. Der Rechner senkt die Schätzung um 50 %, sodass der Wert für die USA ohne Kondom auf 0,00044 % (etwa 1 von 230.000) sinkt.

Für einen Mann, der in den USA ohne Kondom aufnehmenden Analverkehr mit einem Sexarbeiter mit unbekanntem HIV-Status hat, liegt die Schätzung bei 0,05 % (etwa 1 von 2.000). Analverkehr birgt ein höheres Risiko als Vaginalverkehr; siehe HIV-Risiko bei Analverkehr.

Wenn Sie oral befriedigt werden, ist das Risiko sehr gering, weil HIV nicht über Speichel übertragen wird. Siehe HIV-Risiko bei Oralverkehr.

Kondome machen den größten Unterschied

Im Alltag, gelegentliches Reißen und Abrutschen eingerechnet, senken Kondome das Risiko beim Sex um etwa 80 %. Wenn ein Kondom die ganze Zeit benutzt wurde und unbeschädigt blieb, ist Ihr Risiko sehr gering. Wenn es gerissen, verrutscht oder abgegangen ist, werten Sie diesen Kontakt als ungeschützt und lesen Sie, was zu tun ist, wenn ein Kondom gerissen ist.

Was das Risiko erhöht

  • Andere sexuell übertragbare Infektionen (STI). Wunden und Entzündungen erleichtern die Übertragung von HIV. Der Rechner multipliziert die Schätzung mit 2, wenn einer von Ihnen beiden eine hat.
  • Mehr als ein Kontakt oder mehr als eine Person. Jeder Risikokontakt ist eine weitere Gelegenheit für eine Übertragung. Siehe wiederholte Risikokontakte.

Was Sie jetzt tun können

  1. Wenn kein Kondom benutzt wurde oder es versagt hat und das weniger als 72 Stunden her ist, lassen Sie sich eine PEP geben. Sagen Sie der Ärztin oder dem Arzt ehrlich, was passiert ist. Ärztinnen und Ärzte sind da, um zu helfen, nicht um zu urteilen, und von den Einzelheiten hängt ab, ob eine PEP empfohlen wird. Die PEP wird 28 Tage lang täglich eingenommen.
  2. Warten Sie nicht zuerst auf einen Test. Ein Test kann jetzt noch keine Infektion aus diesem Risikokontakt zeigen. Die Praxis macht einen HIV-Ausgangstest, und Sie können mit der PEP beginnen, bevor das Ergebnis da ist.
  3. Lassen Sie sich nach dem diagnostischen Fenster testen. Ein NAT (Nukleinsäuretest) kann HIV ab 10 Tagen nachweisen. Ein Antigen-Antikörper-Labortest (Blut aus der Vene) liefert ab 45 Tagen ein aussagekräftiges negatives Ergebnis. Wenn Sie eine PEP nehmen, sind Kontrolltests etwa 4 bis 6 Wochen und 12 Wochen nach dem Risikokontakt vorgesehen. Siehe Testgenauigkeit nach Wochen.
  4. Lassen Sie sich auf STI testen. Sex ohne Kondom oder mit einem Kondom, das versagt hat, kann auch andere Infektionen übertragen.
  5. Planen Sie voraus. Wenn Sie öfter für Sex bezahlen, fragen Sie nach einer Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP). Wird sie wie verordnet eingenommen, senkt sie das Risiko beim Vaginalverkehr um etwa 90 % und beim Analverkehr um etwa 99 %. Kondome schützen außerdem vor anderen STI.